Entstehung des Dekanats

Kurze Geschichte des deutschen Dekanates
der Ukrainischen Orthodoxen Kirche – Patriarchat Kiev

Die Gründung des deutschen Dekanates der Ukrainischen Orthodoxen Kirche fiel in die Zeit, in der Se. Heiligkeit, Patriarch VOLODYMYR (Romajuk), als Patriarch von Kiev und der ganzen Rus’-Ukraine, die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiever Patriarchates leitete.

Unter der Jurisdiktion Se. Seligkeit, Metropolit EVLOGHIOS, von Patriarch VOLODYMYR zum Metropoliten der autonomen Metropolie von Westeuropa und Kanada der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiever Patriarchates ernannt, nahm das deutsche Dekanat im Jahre 1994 organisatorisch und Form an und in Folge dessen entstanden erste Gemeinden in Koblenz, Köln, Neuss, Krefeld und Albstadt.

Vom 05. Mai bis 16. Mai des Jahres 1995 weilte Se. Heiligkeit, Patriarch VOLODYMYR persönlich zu einem Pastoralbesuch in Deutschland und besuchte aus diesem Anlass auch den Sitz des deutschen Dekanates in Neuss.

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Auszug aus dem Gästebuch / 08. Mai 1995

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Se. Heiligkeit, Patriarch VOLODYMYR
Patriarch von Kiev und der ganzen Rus’-Ukraine

Nach dem tragischen Tod Se. Heiligkeit, Patriarch VOLODYMYR, am 14. Juli desselben Jahres, wurde auf dem Landeskonzil der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiever Patriarchates, das für den Zeitraum vom 19. bis 22. Oktober des Jahres 1995 nach Kiev einberufenen wurde, der bisherige Stellvertreter des Patriarchen, Se. Seligkeit, Metropolit PHILARET von Kiev, zum neuen Patriarchen gewählt. Die Wahl erfolgte in freier und geheimer Abstimmung. Von den stimmberechtigten 173 Delegierten des Landeskonzils erhielt Metropolit PHILARET 160 Stimmen, 4 Teilnehmer stimmten gegen seine Wahl und 9 Teilnehmer enthielten sich einer Stimmabgabe.


ueberuns_clip_image008Volodymyr-Kathedrale in Kjiv
Konzilsort vom 19. bis 22. Oktober 1995

Im März des Jahres 1998 fanden drei Kleriker aus der Tradition der rum-orthodoxen Kirche, mit ihrer großen Kölner Gemeinde zu Ehren des „Hl. Georg von Antiochien“, Aufnahme in das deutsche Dekanat, nachdem diese, unter wesentlicher Vermittlung des damaligen Diakons Nikolaus Wiese aus Köln, sich aus der „Jurisdiktion“ von „Erzbischof Petro“ der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche, gelöst hatten. Als Grund gab der dienstälteste der drei Kleriker (zwei Priester und ein Diakon) in einem Schreiben an Se. Seligkeit, Metropolit EVLOGHIOS an: „Ich der unterzeichnende Priester der arabischen orthodoxen Gemeinde des Hl. Georg zu Köln, erbitte hiermit, mich aufgrund der mir erst jetzt bekannt gewordenen unkanonischen Situation meines bisherigen Oberhirten und Weihebischofs Mgr. Petro, Ihres früheren Klerikers, unter Ihr Omophorion und Ihren geistlichen Schutz zu nehmen“ Die Schreiben der beiden anderen Geistlichen waren nahezu gleichlautend.


Ebenfalls im ueberuns_clip_image010Verlauf des Jahres 1998 wurde die ehemalige Trauerhalle auf dem Kölner Nordfriedhof, dem deutschen Dekanat als Gottesdienststätte von der Stadt Köln zur Verfügung gestellt und diese, unter tatkräftigem Arbeitseinsatz der Mitglieder der beiden Kölner Gemeinden des deutschen Dekanates, für eine gottesdienstliche Nutzung umgebaut.

 

 

 


 

Aufgrund einer ueberuns_clip_image012Umstrukturierung der bisherigen geistlichen Leitung, wurde das deutsche Dekanat der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiever Patriarchates, nach einer Entscheidung der Heiligen Synode vom 23. November des Jahres 1998 („Journal No. 23“), unter der Leitung von Protopresbyter Paul Echinger, direkt der Jurisdiktion Se. Heiligkeit, Patriarch PHILARET, unterstellt (siehe Urkunde in ukrainischer und deutscher Sprache).

Wegen der sehr unterschiedlichen Strukturen der bestehenden Gemeinden des Kiever Patriarchates in Deutschland, wurden (und werden) auch die Gottesdienste in den verschiedensten Sprachen gefeiert. Waren dies zu Beginn der pastoralen Arbeit in Deutschland vorwiegend die Sprachen deutsch, kirchenslawisch und griechisch, wurden die Gottesdienste der rum-orthodoxen Gemeinden in Köln, Hamburg und München, zu dieser Zeit ausschließlich in aramäisch gefeiert.

Erst mit zunehmender und einvernehmlicher Ausdehnung der pastoralen Arbeit, auch auf die im Einzugsgebiet der jeweiligen Gemeinden lebenden Ukrainer, welche in der Anfangsphase des deutschen Dekanates, ausschließlich mit Rücksicht auf die bereits existierenden ukrainischen Gemeinden der Ukrainischen Orthodoxen Kirche in der Diaspora, unter der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel, mit Zurückhaltung ausgeübt wurde, begann auch die ukrainische Sprache mehr und mehr Einzug zu halten in das kirchliche Leben.


Im Februar des Jahres 2000 gelang es den Geistlichen der rum-orthodoxen Gemeinde, zusammen mit ihren Gemeindemitgliedern, mit ihrer Mutterkirche, dem Patriarchat von Antiochien und dem ganzen Orient, eine einvernehmliche Lösung zu finden, um wieder in den Schoß ihrer antiochenischen Mutterkirche zurückkehren zu können.

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Se. Heiligkeit, Patriarch PHILARET
Patriarch von Kiev und der ganzen Rus’-Ukraine

Wenige unrühmliche Ausnahmen ausgenommen, standen und stehen, die in Deutschland tätigen Geistlichen und ihre Gemeinden, fest zu ihrer Mutterkirche und deren Hierarchen, in der Ukraine, wissen sich geborgen unter dem Omophorion Se. Heiligkeit, Patriarch PHILARET von Kiev und der ganzen Rus’-Ukraine und als Glieder einer wahrhaft göttlichen Kirche.

Mitr. Prot. Paul Echinger,
Dekan