Was sind kirchliche Sakramente? Erfahren Sie mehr über die spirituelle Bedeutung der 7 Sakramente der orthodoxen Kirche: Taufe, Salbung, Eucharistie, Buße, Ehe, Priestertum und Weihe.
Sieben Sakramente der Orthodoxen Kirche: Quellen der Gnade Gottes im Leben eines Christen
In der orthodoxen spirituellen Tradition des Sakraments (Griechisch Mysterion) sind sichtbare Zeichen der unsichtbaren, aber wirklich wirkenden Gnade Gottes. Durch sie erinnert sich der Mensch nicht nur symbolisch an die Ereignisse des Evangeliums, sondern nimmt auch mystisch und real an der Erlösung teil, die unser Herr Jesus Christus vollbracht hat.
Im Laufe der Jahrhunderte hat die Heilige Orthodoxe Kirche sieben Hauptsakramente bewahrt: Taufe, Salbung, Eucharistie, Buße, Ehe, Priestertum und Salbung. Zusammen bilden sie einen vollwertigen spirituellen Weg eines Menschen – von seiner spirituellen Geburt in Christus bis hin zum Wachstum in der Heiligkeit und dem Erbe des Himmelreichs.
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Sakramente weder mechanisch noch magisch wirken. Sie erfordern von einer Person Synergie (Zusammenarbeit mit Gott) – aufrichtigen Glauben, Reue und den Wunsch, nach den Geboten zu leben, durch die die Gnade Gottes das Herz entzündet.
Sakrament der Taufe: Geburt in Christus
Die Taufe ist die spirituelle Tür, durch die ein Mensch die Kirche betritt. Durch das Eintauchen in Weihwasser und den Empfang der Wirkung des Heiligen Geistes wird ein Mensch von den Folgen der „Erbsünde“ gereinigt und für die Ewigkeit geboren. Der Herr selbst sagt: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eintreten.“ (Johannes 3:5).
Der Apostel Paulus erklärt, dass wir durch die Taufe auf mystische Weise am Tod und der Auferstehung des Erlösers teilhaben (Römer 6,3–4). Der heilige Cyrill von Jerusalem schrieb: „Du tauchst ins Wasser wie in ein Grab und kommst als neues Volk wieder heraus, auferstanden mit Christus“. Deshalb bewahrt die orthodoxe Tradition das dreifache Eintauchen in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Sakrament der Salbung: Siegel der Gaben des Heiligen Geistes
Unmittelbar nach der Taufe erhält ein neugeborener Christ ein persönliches Pfingstfest – die Gabe des Heiligen Geistes durch das Sakrament der Salbung. In der frühen Kirche gaben die Apostel diese Gabe durch Handauflegen weiter (Apostelgeschichte 8,14–17). Heute wird diese Gnade durch die Salbung mit heiligem Frieden weitergegeben, wenn der Priester sagt: „Siegel der Gabe des Heiligen Geistes“. Wie der heilige Basilius der Große bemerkte: „Durch den Heiligen Geist kehren wir ins Paradies zurück, steigen in das Himmelreich auf und werden Kinder Gottes.“.
Das Sakrament der Eucharistie: Das Herz der Kirche
Die Göttliche Eucharistie (Kommunion) ist der Höhepunkt des liturgischen und mystischen Lebens der orthodoxen Kirche. Die von Christus beim Letzten Abendmahl gegründete Liturgie verwandelt Brot und Wein in den wahren Leib und das Blut des Erlösers. Der heilige Johannes Chrysostomus betonte: „Was ist Brot? Hostie. Was wird aus denen, die die Kommunion empfangen? Leib Christi“. Die Eucharistie ist keine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern die geheimnisvolle und reale Gegenwart Christi unter seinem Volk hier und jetzt.
Sakrament der Buße: Spirituelle Heilung
Auch nach der Taufe bleibt ein Mensch anfällig für Sünde. Aber Christus gab seinem Jünger die Kraft, geistig zu heilen: „Wessen Sünden du vergibst, denen werden sie vergeben“ (Johannes 20:23). Im Sakrament der Beichte (Reue) bringt ein Mensch sein reuiges Herz zu Gott, und der Priester fungiert nur als Zeuge seiner Versöhnung mit dem himmlischen Vater. Der heilige Isaak der Syrer schrieb: „Ein Herz, das aufrichtig Buße getan hat, wird zu einem Tempel, in dem die Gnade wieder wohnt“.
Sakrament der Ehe (Hochzeit): Vereinigung der Liebe in Christus
Die orthodoxe Ehe ist nicht nur ein rechtlicher oder gesellschaftlicher Vertrag, sondern eine heilige, durch Gnade verwandelte Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Apostel Paulus nennt die Ehe ein großes Geheimnis, ähnlich der Einheit Christi und seiner Kirche (Eph. 5,32). Laut Johannes Chrysostomus „Die Ehe ist eine kleine Kirche, in der Mann und Frau gemeinsam aufopfernde Liebe lernen und den Weg der Erlösung gehen.“.
Sakrament des Priestertums: Apostolische Sukzession
Durch das Sakrament der Priesterweihe (Ordination) überträgt die Kirche die Gnade des pastoralen Dienstes von der Zeit der Apostel bis in unsere Tage. Bischöfe, Priester (Presbyter) und Diakone erhalten eine besondere Gabe des Heiligen Geistes, um die Sakramente zu spenden und die Gemeinde geistlich zu führen. Der heilige Märtyrer Ignatius der Gottesträger betonte bereits im 2. Jahrhundert: „Wo der Bischof ist, da ist die Kirche“.
Sakrament der Salbung: Die Gnade der Heilung
Dieses Sakrament wird an Menschen gespendet, die unter körperlichen oder geistigen Beschwerden leiden. Dem Ruf des Apostels Jakobus folgend: „Ist jemand unter euch krank? Er rufe die Ältesten der Kirche, und sie sollen für ihn beten und ihn mit Öl salben.“ (Jakobus 5,14) bittet die Kirche Gott um Vergebung vergessener Sünden und um gnädige Heilung.
Alle sieben Sakramente haben ein gemeinsames Ziel – einen Menschen dorthin zu führen Vergöttlichung (Theose), die höchste Berufung eines Christen, über die der Heilige Athanasius der Große sagte: „Gott wurde Mensch, damit der Mensch durch Gnade Gott werde“.








