Lazarus-Samstag und Einzug des Herrn in Jerusalem (Palmsonntag). Erfahren Sie mehr über die spirituelle Bedeutung der Auferstehung des Lazarus und die Kraft Christi, die Verfall und Tod überwindet.
Von der Auferstehung des Lazarus bis zum Palmsonntag: Der Sieg Christi über den Tod
Die Heilige Orthodoxe Kirche steht heute an der Schwelle zu den größten Ereignissen in der Geschichte der Menschheit. Wir haben die vierzigtägige Reise der Fastenzeit abgeschlossen und treten in die Tage ein, in denen die Zeit stillzustehen scheint. An diesem Wochenende erinnern wir uns an zwei Ereignisse, die eng miteinander verbunden sind: die Auferstehung des gerechten Lazarus und den Einzug des Herrn in Jerusalem (Palmsonntag). Diese Tage sind ein Vorgeschmack auf die Osterfreude vor der Dunkelheit der Karwoche.
Lazarus-Samstag: „Lazarus, komm raus!“
Das Ereignis, an das wir uns am Samstag erinnern, beeindruckt durch seinen Realismus und seine mystische Tiefe. Lazarus, ein Freund Jesu, starb. Christus kommt erst am vierten Tag nach seinem Tod nach Bethanien. Den Naturgesetzen zufolge hat der Körper bereits begonnen, sich zu zersetzen. Lazars Schwester Marfa sagt Worte, die in ihrer Realität erschreckend sind: „Mein Gott, es stinkt schon“ (Johannes 11:39). Dies ist der Punkt der absoluten Verzweiflung, an dem die menschliche Hoffnung völlig stirbt.
Aber was tut Jesus? Er weint. Der Sohn Gottes weint über dem Grab seines Freundes und zeigt damit seine tiefe Menschlichkeit und seine Trauer darüber, dass der Tod überhaupt in Gottes Schöpfung Einzug gehalten hat. Und dann passiert etwas, das die Gesetze der Physik bricht. Durch die Autorität des Schöpfers spricht Christus nur zwei Worte: „Lazarus, komm raus!“ (Johannes 11:43). Und der vier Tage alte Tote kommt, in Leichentücher gehüllt, aus der Dunkelheit des Grabes ans Licht.
Mit diesem Wunder zeigt uns der Herr das Wichtigste: Für ihn ist nichts unmöglich. Der Tod ist nicht das Ende. Die Auferstehung des Lazarus wird zum unbestreitbaren Beweis dafür, dass die allgemeine Auferstehung aller Menschen keine Metapher, sondern eine zukünftige Realität ist.
Palmsonntag: Der König des Friedens zieht in Jerusalem ein
Am nächsten Tag, nach diesem beispiellosen Wunder, dessen Nachricht sich sofort in der Nachbarschaft verbreitete, zog Christus in Jerusalem ein. Die Menge begegnet ihm als triumphierender, als siegreicher König. Die Menschen breiteten ihre Kleider und Palmzweige (in unserer Tradition Weidenzweige) vor ihm aus und riefen: „Hosanna! Gesegnet sei der, der im Namen des Herrn kommt!“.
Aber Christus tritt nicht auf einem von Legionen umgebenen Kriegspferd ein. Er reitet auf einem jungen Esel, einem Symbol für Frieden und Demut. Die Menschen warteten auf einen irdischen König, der sie von der römischen Besatzung befreien würde, und er kam, um sie von der schrecklichsten Besatzung zu befreien – Sünde und Tod.
Spirituelle Bedeutung für uns heute
Palmsonntag ist ein Feiertag mit einem Hauch von Traurigkeit. Wir wissen, dass dieselben Leute, die „Hosianna!“ rufen, es sind. Heute wird Pilatus zurufen: „Kreuzige ihn!“ in ein paar Tagen.
Für uns Ukrainer, die wir heute unseren eigenen Kreuzweg gehen, haben diese Tage eine besondere Bedeutung. Wie in der Geschichte von Lazarus müssen wir uns daran erinnern, dass Gott immer das letzte Wort hat, wenn es den Anschein hat, dass die Hoffnung gestorben ist und „bereits stinkt“. Wir halten geweihte Weidenzweige in unseren Händen und bekennen unseren Glauben, dass nach Karfreitag unweigerlich der strahlende Morgen der Auferstehung kommen wird.
Wir laden alle ein, mitzumachen Dienstleistungen Karwoche in unsere Pfarreien, diesen Weg gemeinsam für Christus zu gehen, bis zur strahlenden Auferstehung Christi!








