„Gelebter Glaube statt trockene Dogmatik“:

Die Sicht eines westlichen Pastors auf das Buch „99 und 1“ Der Dialog zwischen Ost und West wird oft durch jahrhundertealte Geschichtsbilder und theologische Auseinandersetzungen belastet. Deshalb ist es für uns äußerst wertvoll, wenn die Stimme unserer Kiewer Tradition im spirituellen Umfeld Westeuropas auf lebendige Resonanz und Verständnis stößt. Kürzlich erhielten wir eine aussagekräftige Rezension des Buches des Metropoliten Wolodymyr (Tschaika) „99 und 1: ...“

Die Sicht eines westlichen Pastors auf das Buch „99 und 1“

Der Dialog zwischen Ost und West wird oft durch jahrhundertelange Geschichtsbilder und theologische Auseinandersetzungen belastet. Deshalb ist es für uns äußerst wertvoll, wenn die Stimme unserer Kiewer Tradition im spirituellen Umfeld Westeuropas auf lebendige Resonanz und Verständnis stößt.

Kürzlich erhielten wir von Pater Erich Ickelsheimer, einem erfahrenen österreichischen Pfarrer und Theologen (Klagenfurt), eine aussagekräftige Rezension des Buches „99 und 1: Gleichnis. Theologische Reflexion“ des Metropoliten Wolodymyr (Tschaika).

Diese Rezension ist für uns besonders wichtig, da sie nicht nur aus der Sicht eines akademischen Wissenschaftlers geschrieben wurde, sondern auch aus der Sicht eines Praktikers – eines Geistlichen, der jeden Tag mit menschlichen Seelen arbeitet.

Was hat den westlichen Leser an diesem Buch am meisten beeindruckt?

  • Keine polemische Aggression. Der Rezensent betont, dass es dem Autor gelungen sei, den Leser durch die komplexen Unterschiede zwischen Ost und West zu führen, „ohne den beleidigenden Ton, zu dem beide Seiten oft greifen.“

  • Die Organizität der orthodoxen Mystik. Für den Westen schwierige Konzepte wie „Günstiges Licht“ oder „Hesychasmus“ erwiesen sich als völlig zugänglich und verständlich, da sie durch das Prisma der lebendigen Erfahrung der Gotteserkenntnis dargestellt werden.

  • Das Bild Gottes heilen. Am wichtigsten ist, dass Pastor Erich feststellte, dass das Buch die Last des „juristischen“ Verständnisses von Erbsünde und Rechtfertigung erfolgreich beseitigt und Gott nicht als strafenden Richter, sondern als liebevollen Vater zeigt, der auf den verlorenen Sohn wartet.

Laut Pater Erich handelt es sich bei dem Buch „99 und 1“ um „kein Lehrbuch und keine kurze Dogmatik“, sondern um „gelebten und erlebten Glauben“. Er empfiehlt sogar, es als Grundlage für spirituelle Exerzitien (Tage der Konzentration) zu nutzen.

Wir sind Pater Erich Ickelsheimer aufrichtig dankbar für sein offenes Herz, seine tiefe Analyse und sein warmes, brüderliches Wort.

Wir machen Sie auf eine vollständige Übersetzung dieser Rezension aufmerksam.

REZENSION von Pfarrer Erich Ickelsheimer (Klagenfurt, Österreich)

„99 und 1“ – so nennt Metropolit Wolodymyr (Tschaika) seine theologischen Überlegungen, die ein Versuch sind, den Menschen den Weg zu zeigen, wie sie zu ihrem liebevollen himmlischen Vater zurückkehren können.
Es ist ein Versuch, die Spannung zwischen der starr etablierten und regulierten christlichen Religion und dem noch stärkeren Impuls Jesu von Nazareth zu überwinden, der in sehr einfachen Worten die Heilung nicht nur eines einzelnen Menschen, sondern der gesamten Menschheit als dynamischen Prozess beschreibt. Zwei Gleichnisse – „vom verlorenen Schaf“ und „vom verlorenen Sohn“ – dienen hier als Bild und Leitfaden für diesen Prozess.

Das 296 Seiten starke Buch, erschienen im Anaphora Verlag in Köln, ist leicht zu lesen. Es offenbart deutlich die Spannung zwischen traditionellem Kirchentum und absolutem Vertrauen in das Herz des christlichen Glaubens, der in der Person Jesu Christi verwurzelt ist.
Dies ist kein Lehrbuch oder eine prägnante Darstellung der Dogmatik; Es ist einfach der Glaube – angewandt, gelebt und erfahren auf allen Ebenen des Lebens – der dieses Buch äußerst lebendig macht.
Es ist in drei Teile gegliedert: Der erste Teil heißt „Rückkehr zu den Quellen“, der zweite – „Historische Schichten“, der dritte – „Geheimnisse des Glaubens“. Diese Teile sind in mehrere Abschnitte unterteilt und werden von Zusammenfassungen begleitet, was das Lesen erheblich erleichtert.

Die in Christus offenbarte Liebe zieht sich als roter Faden durch das gesamte Buch. Christus als Person ist etwas völlig anderes als bloße dogmatische Definitionen. Der Autor versteht es, den Leser immer wieder zum zentralen Punkt des Glaubens zurückzubringen: der Erfahrung eines liebenden Vaters, den Christus uns schenkt. Das wohltuende Licht des Hesychasmus ist organisch in diese gotterkennende Erfahrung eingewoben, ohne dem westlichen Leser irgendwelche Schwierigkeiten zu bereiten.
Die Folgen der Konstantinow-Wende werden in ihrer ganzen Vieldeutigkeit interpretiert, was sehr frisch wahrgenommen wird. Die Konzilien der alten ungeteilten Kirche werden als historischer Prozess verstanden und die Dogmen als Schutzmantel für die Entwicklung des Glaubens gewertet, der eine sinnvolle weitere Suche ermöglicht. Die Tradition hier ist dynamisch.
Mit sicherer Hand führt der Autor den Leser durch die unterschiedlichen Glaubensauffassungen östlicher und westlicher Kirchentraditionen und vermeidet dabei den beleidigenden Ton, den beide Seiten so oft anschlagen.

Metropolit Wolodymyr ist Ukrainer, ein Träger der ursprünglichen Kiewer Tradition, und das Buch richtet sich in erster Linie an seine Gläubigen. Daher ist es ganz klar, dass er in mehreren Kapiteln die Geschichte der ukrainischen Kirche beleuchtet.
Er interpretiert das Gleichnis vom verlorenen Sohn als den Weg des Menschen von Anfang an: Der Mensch verlässt die Gemeinschaft mit Gott, verlässt diese Welt und kehrt durch die Liebe Christi zur Gemeinschaft mit dem liebenden Vater zurück.
Dadurch werden die theologischen Probleme der sogenannten Erbsünde und Rechtfertigung für den modernen Menschen leichter verständlich und „leichter verdaulich“.

Автор не уникає складних питань: безсмертя, сенс життя, страждання, Хрест і Воскресіння. У тлумаченні життя як повернення додому, до стану Богосинівства, з усім досвідом цього шляху, приховані дуже добрі відповіді.
Dabei erscheint dem Metropoliten immer wieder das Antlitz Christi, der uns den Weg zurück zum liebenden Vater gezeigt hat, als wichtig.
Der Autor verfügt über umfassende Kenntnisse der Theologie der Heiligen Väter sowie der Werke so prominenter Theologen wie Shmeman, Lossky, Afanasyev.

Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der sich für das Geheimnis des christlichen Glaubens interessiert. Für mich persönlich wäre es angebracht, es zur Grundlage für spirituelle Exerzitien oder Exerzitien zu machen. Dies ist ein ausgezeichneter, prägnanter Leitfaden zum christlichen Glauben und eine sehr gute Einführung für den modernen Menschen.

Originale deutsche Version der Rezension:

Wie bestelle ich dieses Buch?

Ukrainische Version:

99 und 1: Gleichnis. Theologische Reflexion / Metropolit Wolodymyr (Tschaika). – 1. Auflage. — Köln: Anaphora Verlag, 2025. — 296 S.

ISBN 978-3-912210-01-9 (Druck) – Amazon

ISBN 978-3-912210-03-3 (eBook-elektronisch) – Google Play

Deutsche Version:

99 und 1: Das Gleichnis. Eine theologische Reflexion / Metropolit Wolodymyr (Chayka). – 1. Aufl. – Köln: Anaphora Verlag, 2025. – 296 S.

ISBN 978-3-912210-00-2 (Druck) – Amazon
ISBN 978-3-912210-02-6 (eBook-elektronisch) – Amazon

ISBN 978-3-912210-02-6 (eBook-elektronisch) – Google Play

Verlag Anaphora (Anaphora)

Das Gleichnis. Eine theologische Reflexion / Metropolit Wolodymyr (Tschajka). – 1. Aufl. – Köln: Anaphora Verlag, 2025. – 296 S. ISBN 978-3-912210-00-2 (Druck) ISBN 978-3-912210-02-6 (eBook)

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